Informationen zur Palliativen Pflege

 

06.04.10 | Forderung nach Pflegezeit umstritten

„Möglichst wenig Schmerzen und möglichst erträgliche Begleiterscheinungen des Alters“ wünschte der inzwischen 91-jährige Helmut Schmidt Altbundeskanzler Helmut Kohl zu seinem 80. Geburtstag. Was wie eine Anekdote klingt, ist in Deutschland inzwischen für 2,25 Millionen pflegebedürftige Menschen ein Herzenswunsch geworden: Einen würdevollen Lebensabend in den eigenen vier Wänden verbringen. Ohne die Unterstützung von Familienmitgliedern und ambulanten Pflegediensten wäre dies nicht möglich.

Um die oftmals überforderten Angehörigen zu entlasten, forderte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder im März einen Rechtsanspruch für Berufstätige auf Pflegezeit (vgl. Aktuelles vom 03.03.2010). „Beruf und Pflege müssen genauso vereinbar sein wie Beruf und Kinder", so die Schröder. Der Entwurf ist jedoch in Politik und Gesellschaft umstritten: Einerseits erreiche er nur einen Bruchteil der Betroffenen, da 40 Prozent der Pflegenden bereits das Rentenalter erreicht hätten und nur jeder Sechste einer Vollzeitbeschäftigung nachgehe. Zudem bedeute er Mehrbelastungen für die Arbeitgeber und ziehe für die Arbeitnehmer selbst eine geringere Rente nach sich. Andererseits entlaste er die Pflegekassen und den Staat, da Heimpflege deutlich kostspieliger sei und ermögliche den Schwerstkranken, zuhause zu sterben.

Der Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahtsverbandes, Dr. Eberhard Jüttner, fand dennoch lobende Worte für Schröders Forderung: „Allein die Tatsache, dass überhaupt nach Regelungen gesucht wird, ist für die betroffenen Menschen ein ganz wichtiges Signal.“

Den vollständigen Bericht sowie Schilderungen von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen finden Sie auh der Homepage von SPIEGEL online.